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Nach dem Aufstehen und einem Frühstück mussten wir uns leider von Raj und Rani verabschieden.

Der Abschied war herzlich und sehr tränenreich. Beide flogen

nach Delhi zurück, unsere Tour ging weiter. Jetzt waren wir auf uns allein gestellt.

Unser Fahrer ist mit uns danach losgefahren. Raj hatte ja einen neuen Reiseleiter für

uns organisiert, der sollte unterwegs zusteigen. Ein Yen-Tempel war

der vereinbarte Treffpunkt. Wir hatten einige Bedenken aber die waren unbegründet. Wie verabredet

holte uns Abhi pünktlich ab. Er konnte auch sehr gut deutsch was ja von Vorteil war.

Er hat in Deutschland studiert und lebte jetzt wieder in Indien.

Auf unserer Reise zum Yen-Tempel erzählte er uns aus seinem Leben. Es waren Dinge

die wir zuvor noch nicht gehört haben. So zum Beispiel gehört er der Kriegerkaste an.

Hat in Deutschland ein Mädchen kennengelernt die auch aus seinem Dorf stammt.

Sie haben sich lieben gelernt. Aber er erzählte uns dass er sie nie heiraten darf weil

sie ja aus einer anderen Kaste kommt und die Tradition in den ländlichen Gebieten wird

immer noch recht groß geschrieben. Er will und muss das Mädchen heiraten das seine

Eltern für ihn ausgesucht haben, sonst muss er seine ganze Familie verlassen. Beide

treffen sich immer noch heimlich. Auch das ist Indien. Er erzählte uns sogar dass

es doch noch viel Kinderarbeit in Indien gibt, das hatte Raj uns anders erzählt.

 

Er fuhr mit uns zum Yen-Tempel 

Der Jainismus ist eine der frühesten und noch existierenden Religionen. Sie glauben

an Gewaltlosigkeit und Achtung vor dem Leben. In den Tempeln der Yains begegnet

man Pilgern, die einen Mundschutz tragen um nicht ungewollt Insekten zu verschlucken.

Sie essen auch nie Fleisch. Der Tempel von Ranakpur ist eine der schönsten Tempel

der Jain-Kunst.

Er ist eine der 5 heiligsten Stätten des Jainismus.

Der Tempel  wurde 1439 aus weißem Marmor errichtet, hat 1444 Säulen, keine

Säule gleicht der anderen sie sind alle unterschiedlich. Nur 2 der 1444 Säulen

haben eine gleiche Verzierung. Der Tempel hat 29 Hallen, und ist ein Beispiel

höchster handwerklicher Steinschnitzerkunst.

Beeindruckend sind die Filigranarbeiten an den Deckelschlusssteinen.

 

 

(wunderschöne Säulen laden zum Anschauen und Verweilen ein)

 

(Heute schafft man es sicherlich nicht mehr eine solche Decke zu fertigen)

 

Nach dem Tempel ging es in die Berge nach Jodaipur.

 

Trotz der großen Trockenheit gab es an den Berghängen einige sonderbare Bäume

zu sehen. Abbi zeigte uns einen Schnapsbaum, einen Baum der Feuer des Waldes

heißt. Von beiden Bäumen haben wir noch nie etwas gehört.

In den Bergen hat es seit 2008 nicht mehr geregnet, so wirkte die ganze Gegend

etwas trocken, schade Anjaly hatte diese Gegend anders in Erinnerung, wunderschöne

grüne Berghänge, bunte Bäume usw. leider war es nicht so, sie war enttäuscht.

Taani und Kajol fanden die Gegend trotzdem reizvoll. 

 

(In den Bergen nach Jodaipur)

 

Aber dann ging es los, eine Serpentine nach der anderen und die Straßen waren auch

ziemlich eng. Gegenverkehr hatten wir auch fast keinen.

Wir fanden auch unsere alte Bergschule wieder.

Wir hatten ja nicht vorher Bescheid gesagt dass wir kommen und so war nur die

Hälfte der Kinder da. Wo waren die anderen. Na wo wohl. Natürlich beim Kricket-Spielen.

Kricket ist in Indien wie in Deutschland Fußball.

Einige Kinder erkannten sich auf den Fotos von 2008 wieder.

Die Freude bei den Kindern und den Lehrern war sehr groß.

Wir fingen an zuerst die kleinen Kinder etwas zu geben. Tafeln, Stifte, Hefte,

Luftballons, Spielzeug, Plüschtiere usw. Die Kinder waren sehr aufgeregt und das

wurde immer schlimmer. Wir hatten auch Süßigkeiten mitgenommen wie Lollys,

Bonbons. Alle Kinder bekamen einen Lolli. Aber was war das. Plötzlich waren die

Mütter und Väter der Kinder da. Man kann sagen das ganze Dorf war auf den

Beinen. Es war sehr lustig anzusehen wie Kinder, Mütter, Väter mit den Lollys herumspazierten.

Eine lustige Lutschparty. Die Kinder wurden immer nervöser.

Jetzt entschloss sich der Lehrer die restlichen Sachen in einen separaten Raum

bringen zu lassen um sie dort einzuschließen. Das taten wir dann auch. Wir

verschlossen die Tür von innen um uns noch ein wenig zu unterhalten. Wir versprachen

bald wiederzukommen und tauschten Adressen aus. Das nächste Mal wollen wir

versuchen eine große Tafel zu besorgen, oder wenigstens ein paar Tische und Stühle,

damit die Kinder nicht länger auf dem Fußboden sitzen müssen.

 

Anjaly bemerkte plötzlich einen alten, weißgekleideten Herrn. Sie fragte Abhi

was der Mann dort zu suchen hat. Es war der Dorfälteste. Wie schnell doch auch

hier der Buschfunk funktioniert, der war ja fast schneller da, als wir.

Das Klopfen der Kinder vor der Tür wurde immer lauter. Anjaly nahm einen

Wasserball, blas ihn auf und wollte ihn durch die Tür schießen, damit die Kinder

ein wenig abgelenkt werden, sie schoss, der Ball traf aber leider nicht die Tür, dafür

traf sie den Dorfältesten am Kopf. Oh was war das peinlich. Alle lachten. Und er

Dorfälteste gab den Ball einfach nicht mehr her. Was sollten wir machen.

 

Nachdem wir uns eine Weile unterhalten haben, mussten wir uns leider verabschieden

wir hatten noch eine große Strecke bis Udaipur zurückzulegen. Schade.

 

(eines unserer Kinder, wollte unbedingt auf ein Foto)

 

  (Beim Verteilen unserer kleinen Geschenke. Die Eltern waren neugieriger als die Kinder)

 

 

(Kinder sind schon sehr neugierig)

 

Endlich Ankunft im Hotel.

Dieses Hotel war wieder wunderschön, jedes Zimmer hatte einen Balkon mit Blick

auf einen See. Nach dem Abendessen sind wir kurz spazieren gegangen, auch hier

das gleiche überall

kamen wir uns so beobachtet vor. Sind dann auf das Zimmer gegangen und haben

uns einen Videoabend gemacht. Aber was für eine Nacht. 

Wir veranstalteten eine Mückenjagd im Adamskostüm und sangen mit sämtlichen

Hunden von Udaipur den Vollmond an.

 

Machten deshalb kein Auge zu. Gääääähhhnnn

 

 

Eure Anjaly, Taani & Kajol

 

 

im Hintergrund spielt der Song " Dance Pe Chance " aus " Rab Ne Bana Di Jodi "

Bollywood Fan Club Cottbus  | poojah@freenet.de